Mar 17, 2020

Kirchliche Nachrichten KW 12


Sonntag 22.03.

Wochenspruch zum Sonntag Lätare „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viele Frucht.“   Johannes 12, 24

 

Liebe Gemeindeglieder, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

einer Verlautbarung des Dekanatamtes zu Folge, soll es bis zum 19.04.2020 keine Gottesdienste geben. Alle Taufen müssen abgesagt werden und ebenso alle Trauungen. Beerdigungen dürfen nur noch im engsten Familienkreis unter freiem Himmel stattfinden. Alle Termine und Veranstaltungen von Gruppen und Kreisen in unserer Gemeinde fallen aus. Das Gemeindehaus und die Bücherei sind geschlossen.

Wir möchten aber darauf hinweisen, dass unsere Kirche täglich tagsüber geöffnet ist und ich gerne bereit bin, Termine mit Ihnen zu vereinbaren, um mit Ihnen zuhause, auf einem Spaziergang, am Telefon… ins Gespräch zu kommen. Sie können mich über die Post, Mail, Telefon oder Handy erreichen. (07393 / 2298 oder 0174 / 7329236 oder Pfarramt.Rottenacker@elkw.de)

Bleiben Sie gesund.

Herzlichst Ihr

Pfarrer Jochen Reusch

 

Kategorie: Aktuelles
Erstellt von: hoppe

Gedanken zum Sonntag Lätare für das Mitteilungsblatt

Lätare – dieser Sonntag wird das kleine Osterfest in der Passionszeit genannt. In den Texten dieses Sonntags ist schon deutlich die Hoffnung auf das neue Leben angelegt, die mit Ostern zur Vollendung gelangt. Dazu passt das Bild vom Weizenkorn, das in die Erde fallen und sterben muss, um neues Leben hervorzubringen, wie es im Wochenspruch heißt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht." (Joh 12,24).

Der schwäbische Spruch: S’isch nex so mend, dass ed was Guads draus wera kent. (Es ist nichts so schlimm, dass nicht etwas Gutes daraus entstehen kann.) Kann beides bewirken – Kopfschütteln oder leise Bewunderung. So wie manche Leute Freude verbreiten können, obwohl sie wirklich nichts zu lachen haben.

„Freut euch – allem Leiden zum Trotz!“ Mitten in der Passionszeit erklingt dieser Ruf am Sonntag Lätare. Freuen – warum? Weil schon im Sterben das Leben begriffen ist. Eindrücklich sind die Bilder, die Jesus wählt: Nur das Samenkorn, das in die Erde fällt, bringt Frucht. Brot muss verzehrt werden, um stärken zu können. Er selbst ist das Brot für uns, das jetzt schon den Hunger nach Leben stillt. Auch wenn wir nur das Schlimmste sehen: Trost ist ganz nahe. Denn Gottes Zusage gilt: „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.“

In aller Unsicherheit und Dramatik dieser Tage, wünsche ich uns allen, dass wir trotz allem immer wieder die Freude in den Blick nehmen können.

Wer heute Kresse oder Weizen auf feuchte Watte oder in kleine Töpfe sät, hat an Ostern einen kleinen Ostergarten zuhause. Anleitungen dazu finden Sie reichlich im Internet. Vielleicht ist es auch draußen bereits grün geworden? Achten Sie beim nächsten Weg darauf: Kommen die ersten grünen Spitzen hervor? Leuchten die Osterglocken bereits? Riecht es schon nach Frühling und nicht nur nach Corona?

Pfarrer Jochen Reusch